Millionenschaden durch Diebstähle auf Baustellen 2017 in Sachsen

Leipzig ist Hochburg bei Baustellendiebstählen / Aufklärungsquote deutlich gesunken

Die Anzahl der gegen das Eigentum von Bauträgern und Bauherren gerichteten Straftaten verharrte 2017 mit 2.134 in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) erfassten Fällen auf hohem Niveau. Es waren lediglich 59 Delikte weniger als im Jahr zuvor. Der prozentuale Rückgang um 2,7 Prozent war damit schwächer als im Gesamttrend, da die Gruppe der übrigen Diebstahldelikte in Sachsen im Vorjahresvergleich um 8,3 Prozent abnahm. Zugenommen hat die Anzahl von Baustellendiebstählen mit Waffen bzw. Bandendiebstahl, welche von einem registrierten Vorgang im Jahr 2015 auf fünf solcher Fälle 2016 anstieg und sich 2017 mit zehn Fällen verdoppelte. „Die starke Zunahme derartiger Delikte lässt befürchten, dass diese Formen der Schwerkriminalität keine Einzelfälle mehr darstellen“, erklärte Dr. Robert Momberg, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Sachsen/Sachsen-Anhalt e. V. (BISA) nach Bekanntgabe der Fallzahlen durch das Landeskriminalamt.

Diebstähle verursachen hohe Schäden

Die Schadenssumme der in der PKS erfassten Fälle von Diebstählen auf Baustellen wurde 2017 mit 3,44 Millionen Euro angegeben. Gegenüber dem Vorjahr war das ein Zuwachs von 0,9 Prozent. Der tatsächliche Schaden bei den Bauunternehmen ist allerdings höher, da in der PKS lediglich der Wert des Diebesgutes abgebildet wird. Durch Diebstahl verursachte Sachschäden an Gebäuden und Einrichtungen, Wiederbeschaffungskosten, Ausfallzeiten, Personal-, Rechts- und Beratungskosten bleiben damit ebenso unberücksichtigt wie Schäden durch Einbrüche und Diebstähle in den Firmensitzen der Bauunternehmen selbst. „Der finanzielle Gesamtschaden der Bauunternehmen ist damit um ein Vielfaches höher und beläuft sich entsprechend eigener Erhebungen des BISA allein für das Bauhauptgewerbe in Sachsen 2017 auf rund 40 Millionen Euro“, merkte Momberg an.

Deutliche regionale Unterschiede – jeder dritte Baustellendiebstahl in der Stadt Leipzig

46,0 Prozent aller registrierten Fälle 2017 im Freistaat entfielen auf den Direktionsbezirk Leipzig und 32,1 Prozent auf die Stadt selbst. In Leipzig wurden 2017 mit 684 registrierten Baustellendiebstählen nicht nur mehr derartige Delikte gezählt als in den Städten Chemnitz (214) und Dresden (289) zusammen, sondern die Stadt verzeichnete gleichzeitig den mit Abstand stärksten Zuwachs im Vorjahresvergleich (+10,9 %). Die Häufigkeitszahl (Straftaten je 100.000 Einwohner) ist in Leipzig mit 119 mehr als doppelt so hoch wie im sächsischen Mittel (52) und spürbar höher als in Chemnitz (87) oder Dresden (53). Leipzig als Hotspot der Baustellenkriminalität zu betrachten, bestätigt sich auch bei der Schadenssumme, denn 38,6 Prozent der Diebstahlschäden entfielen laut PKS 2017 auf Leipzig, 5,5 Prozent auf Chemnitz und 13,4 Prozent auf Dresden. „Die dramatischen Zahlen für Leipzig werden nicht etwa dadurch relativiert, dass in der Stadt sachsenweit die höchste Ansammlung von Baukapazitäten bestünde oder das meiste Baugeschehen stattfände, dem ist nicht so, lediglich acht Prozent der sächsischen Baukapazitäten und knapp zehn Prozent der Bautätigkeit waren 2017 in Leipzig konzentriert“, so Momberg.

Aufklärungsquote ist 2017 erheblich gesunken

Die Aufklärungsarbeit der sächsischen Polizei erwies sich 2017 in den Fällen, wo Bauträger und Bauherren betroffen waren, weniger erfolgreich als im Jahr zuvor. Insgesamt verringerte sich die Anzahl der aufgeklärten Fälle bei den Baustellendiebstählen um nahezu ein Fünftel (-19,2 %). Die Aufklärungsquote sank sachsenweit von 14,5 Prozent 2016 auf 12,0 Prozent 2017. Sie lag damit 2017 – wie in den Jahren zuvor – erheblich unter der Quote der gelösten Fälle bei den übrigen Diebstahldelikten, die sich auf immerhin 30,3 Prozent belief. Die Aufklärungserfolge der sächsischen Polizeidirektionen weisen bei Baustellenkriminalität deutliche Unterschiede auf, waren aber flächendeckend stark rückläufig. Im Direktionsbezirk Leipzig war die Aufklärungsquote 2017 mit 10,0 Prozent am niedrigsten, während sie in den Direktionsbezirken Chemnitz (14,6 %) und Dresden (13,1 %) über dem Landesdurchschnitt lagen.

„Bauunternehmen, die im Raum Leipzig ansässig sind oder bauen, sind damit doppelt gestraft, hier ist nicht nur die Gefahr sehr viel größer, Opfer von Diebstählen zu werden, gleichzeitig ist die Chance, die Täter zu fassen, deutlich geringer als im Rest des Freistaats“, so Momberg abschließend.

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