Angebotserfolg erneut gesunken

Strukturvergleich des BISA analysiert betriebliche Situation der Bauunternehmen

Über die Ergebnisse einer statistischen Erhebung hinaus bietet der jährliche Strukturvergleich des Bauindustrieverbandes Sachsen/Sachsen-Anhalt e. V. (BISA) einen guten Blick auf die betriebliche Situation der Bauunternehmen in Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Ein Aspekt der diesjährigen Befragung unter den Mitgliedsunternehmen war unter anderem das Die Ergebnisse des Strukturvergleichs bestätigten die vom Bauindustrieverband Sachsen/Sachsen-Anhalt (BISA) kritisch betrachtete Grundlinie der baukonjunkturellen Entwicklung im zweiten Krisenjahr 2010. Die Mittel aus den Konjunkturpaketen I und II bewirkten mit ihrer Schwerpunktsetzung auf die energetische Sanierung im Gebäudebestand sowie ihrer kleinteiligen Ausschreibung, dass wesentliche Teile der sog. Zukunftsinvestitionsprogramme am Bauhauptgewerbe vorbeiflossen.

Die Gesamtbauleistung unterschritt 2010 den Vergleichswert des Vorjahres um insgesamt 11,1 Prozent. Ausschlaggebend dafür waren ein deutlicher Rückgang bei der Bauleistungserstellung durch die großen Bauunternehmen in Sachsen und Sachsen-Anhalt. Der Blick auf den Schwerpunkt der Bautätigkeit widerspiegelte im Strukturvergleich die Wirkungsweise der staatlichen Hilfsprogramme ebenfalls deutlich. Bei der Errichtung neuer Bauwerke sanken die erbrachten Bauleistungen 2010 in Relation zu 2009 um 20,5 Prozent, im Bereich der Modernisierung/Sanierung belief sich der Rückgang auf „nur“ 4,5 Prozent.

Korrespondierend zum wirtschaftspolitischen Jahresthema des BISA wurden im Strukturvergleich ausgewählte Aspekte des Angebotsmanagement. Dabei konnte die im aktuellen Schwarzbuch des Verbandes „Fallstricke bei der öffentlichen Auftragvergabe“ getroffene Feststellung bestätigt werden, dass die Angebotserstellung im Bauhauptgewerbe nicht nur zeitintensiv ist, sondern auch ganz erhebliche Kosten bei den Unternehmen generiert. Die Zahl der erhaltenen Anfragen ging bei den Unternehmen in 2010 zurück, die Anzahl der abgegebenen Angebote stieg demgegenüber an.

Im Krisenjahr 2010 ist der Angebotsdruck gewachsen, ohne dass sich das in einem höheren Angebotserfolg niederschlug. In früheren Jahren mit einer starken Baukonjunktur bewegte sich das Verhältnis Gesamtumsatz zu Angebotssumme in Sachsen und Sachsen-Anhalt bei durchschnittlich 20 Prozent, d. h. etwa jedes fünfte abgegebene Angebot führte rein rechnerisch zur Auftragserteilung mit entsprechendem Umsatz. Gemäß dieser Rechnung erfolgte 2010 nur noch bei jedem siebten abgegebenen Angebot der Zuschlag. Angesichts der Tatsache, dass die Kalkulation von Angeboten für die Unternehmen einen erheblichen Kostenfaktor darstellt, ist die seit Jahren insgesamt und tendenziell sinkende Erfolgsquote problematisch.

Karikatur-Strukturvergleich.

Karikatur: Phillipp Hubbe

| Kategorie - Betriebswirtschaft

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