Deponieknappheit verhindern

Statement von BISA-Präsident Wolfgang Finck anlässlich der IHK-Pressekonferenz am 21. November 2017 in Magdeburg

Deponieknappheit

Dank einer sehr guten Baukonjunktur und einer allgemein guten Auftragssituation für die Baubranche muss ich feststellen, dass wir Gefahr laufen, in der Zukunft unnötig mehr Geld für die ordnungsgemäße Entsorgung „mineralischer Abfälle“ auf den Deponien in Sachsen-Anhalt bezahlen zu müssen.

Bereits heute ist der Deponieraum in Ostdeutschland knapp und die Transportwege betragen in einzelnen Regionen bis zu 150 km.

Nicht nur die eigentlichen Deponiekosten steigen an, sondern auch die Transportentfernungen. Gerade der Transport trägt zur Kostensteigerung und unnötigen CO2-Belastungen bei.

Für uns „alle“ heißt das, dass der „Endkunde“ - sowohl der private Häuslebauer als auch die öffentliche Hand - durch eine für mich unnötige bzw. eine zu kurze Sichtweise auf die Anerkennung der Abfallmengen im Abfallwirtschaftsplan zur Kasse gebeten wird. Weshalb geschieht das? Weil Deponieraum unnötig von der Politik verknappt wird.

Was sind die Ursachen der Deponieknappheit?

  1. Eine zu restriktive Umweltpolitik, die sich in einem zu knapp bemessenen Abfallwirtschaftsplan niederschlägt.
  2.  Der massive Widerstand von Umweltverbänden, Bevölkerung und Lokalpolitik, auf den Vorhabenträger während der oft langwierigen Genehmigungsverfahren von Deponieneubauten stoßen.
  3.  In der kommenden Legislaturperiode wird die viel kritisierte Mantelverordnung nach über zehnjähriger Ankündigung in Kraft treten. Das wird eine Verschärfung der Ablagerungsverordnung mit sich bringen. Je nach Berechnung und Datenlage müssen 13 Mio. Tonnen bis 50 Mio. Tonnen bundesweit zusätzlich deponiert werden, statt diese zu verwerten. 
  4. Sogar bereits genehmigte Deponieprojekte werden angefochten.

Zusammengefasst heißt das: Uns droht in absehbarer Zeit ein Entsorgungsnotstand bei mineralischen Abfällen und damit verbunden eine Kostensteigerungen bei der Deponierung von mineralischen Abfällen. 

Aufgrund der langen Planungs- und Genehmigungszeiten für Deponien ist dieses Problem nicht kurzfristig zu lösen.

Der Bauindustrieverband Sachsen/Sachsen-Anhalt e. V. erwartet von der Politik, dass die Notwendigkeit der Sicherstellung und Schaffung von Deponiekapazitäten offen thematisiert, analysiert und politisch unterstützt wird!

| Kategorie - Technik und Umwelt | Tags - Kreislaufwirtschaft

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