Hohe Recyclingquote in Gefahr

In der Bauwirtschaft werden mineralische Bauabfälle schon heute nahezu vollständig wiederverwertet und im Stoffkreislauf gehalten. Von den durchschnittlich 205 Mio. Tonnen jährlich anfallenden mineralischen Bauabfällen werden 90 Prozent verwertet. Dadurch werden Deponien entlastet und Primärrohstoffe geschont. Insbesondere im Straßenbau, wo das Aufbruchmaterial als wertvolle Ressource zu fast 98 Prozent unmittelbar wieder verwendet wird, haben die Unternehmen mit Erfolg in innovative Gewinnungs- und Recyclingtechnologien investiert.

Der Bauindustrieverband Sachsen/Sachsen-Anhalt e. V. (BISA) warnt davor, dass durch zu strenge Grenzwerte in der geplanten Mantelverordnung das Recycling und die stoffliche Verwertung erschwert werden. Statt die Verwertungsquote zu verringern, muss ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Umweltschutz und Recycling formuliert und die Akzeptanz von Sekundärrohstoffen gesteigert werden.

Schon heute ist Deponieraum knapp und die Transportwege betragen in einzelnen Regionen bis zu 200 km. Wenn mit Inkrafttreten der Mantelverordnung zusätzlich bis 50 Mio. Tonnen pro Jahr mehr deponiert werden müssten, wird in wenigen Jahren ein bundesweiter Deponienotstand erreicht. Die Deponiekosten würden bundesweit vor diesem Hintergrund explodieren, denn der Markt reagiert sensibel, wie sich das beim HBCD-Entsorgungsnotstand im vergangenen Jahr gezeigt hat.

Aufgrund der langen Planungs- und Genehmigungszeiten für Deponien ist dieses Problem kurzfristig nicht zu lösen. Sollte in der Mantelverordnung nicht nachgebessert werden, wird ein kurzfristiges „Deponiebauprogramm“ von Bund und Ländern dringend benötigt. Dafür muss der Bund entsprechende finanzielle Mittel und Hilfen bereitstellen, um die Länder und Kommunen mit diesem Problem nicht alleine zu lassen. Parallel sind dringend gesetzgeberisch planungsbeschleunigende Maßnahmen für Deponieneubauten durchzusetzen.

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