Wohnungsbau 2017 in Sachsen – Trotz kräftigem Zuwachs reicht Zahl der Fertigstellungen in den Städten nicht aus

„Die Entwicklung des Wohnungsbaus verlief 2017 in den kreisfreien Städten des Freistaates mit Ausnahme von Dresden durchaus dynamisch, aber unzureichend“, erklärte Dr. Robert Momberg, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Sachsen/Sachsen-Anhalt e. V. nach Bekanntgabe der Anzahl der Wohnungsfertigstellungen 2017 in Sachsen durch das Statistische Landesamt.

Fertigstellungen in Chemnitz und Leipzig decken nicht den Bedarf

Während 2017 in der Stadt Dresden mit 2.245 fertiggestellten neuen Wohnungen ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr von 11,7 Prozent zu verzeichnen war, erhöhte sich die Anzahl der Wohnungsübergaben in Chemnitz auf 478 (+56,2%) und in Leipzig auf 1.136 (+24,2 %). Auf den ersten Blick harmonierte das Wohnungsbaugeschehen mehrheitlich mit der Entwicklung der Einwohnerzahlen, die in allen kreisfreien Städten 2017 weniger stark anstiegen als im Jahr davor. Das greift aber zu kurz, denn angesichts der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt gerade in den Städten des Landes mit dem bestehenden Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage, welches sich auf Grund der in der Vergangenheit gemachten Versäumnisse gerade bei der Schaffung preisgünstigen Wohnraums in einem hohen Nachholbedarf manifestiert, hätten bedeutend mehr Wohnungen gebaut werden müssen. Der Bauindustrieverband hat vor diesem Hintergrund seine bisherigen Bedarfsprognosen in Bezug auf die notwendige Zahl der Fertigstellungen in Sachsen überprüft und unter Berücksichtigung des bestehenden Nachholbedarfs entsprechend korrigiert. Demzufolge müssten in Chemnitz jährlich 700, in Dresden 1.600 und in Leipzig 1.700 neue Wohnungen dem Markt zugeführt werden, um den gegenwärtigen und künftigen Bedarf zu decken. „Die Entwicklung des Wohnungsbaus verläuft in Sachsen mit Ausnahme der Landeshauptstadt nicht einmal ansatzweise bedarfskonform“, so Momberg und ergänzte, dass „in Dresden allerdings mit einem hohen Anteil von Zweitwohnungen bei den Fertigstellungen zu rechnen ist, die damit nicht unbedingt dem freien Wohnungsmarkt zur Verfügung stehen“.

Erheblicher Auftrieb in Leipzig bei Mieten und Immobilienpreisen

Der nach wie vor bestehende Mangel wird Wohnen da, wo weiterhin unterhalb der Bedarfsschwelle gebaut wird, noch teurer werden lassen. Die durchschnittlichen Nettokaltmieten zogen bei Neuvermietungen in Chemnitz innerhalb der letzten fünf Jahre um sechs Prozent, in Dresden um acht Prozent und in Leipzig sogar um 18 Prozent an. Auch die Immobilienpreise sind gestiegen, für Eigentumswohnungen in Chemnitz und Dresden um etwa 20 Prozent, in Leipzig um knapp 40 Prozent. Auch wer in Leipzig ein Haus kaufen will, muss heute durchschnittlich 40 Prozent Mehrausgaben einplanen, ebenso in Dresden, während der Preisauftrieb in Chemnitz mit knapp 15 Prozent relativ moderat ausfiel. Gleichzeitig haben sich die Kaufwerte für Bauland im Landesdurchschnitt innerhalb eines Jahres um mehr als ein Fünftel erhöht. Andere Kosten wiesen ebenfalls Wachstum auf, etwa die für Personal, Material, Energie, Transporte, Deponiegebühren, Planung und Architektenleistungen. Das hatte entsprechende Auswirkungen auf die Erstellungskosten für Wohnungen.

Die Entwicklung des Wohnungsbaus verläuft in Sachsen insgesamt noch unbefriedigend. Nur die zügige Schaffung und Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum, gerade in Städten mit hoher Anziehungskraft, kann dem Preisauftrieb entgegenwirken und dem gegenwärtigen und künftigen Bedarf an Wohnungen gerecht werden.

„Bund, Freistaat und Kommunen sollten zeitnah alle bestehenden Programme und Förderinstrumente zur Schaffung von Wohnraum gerade im unteren Preissegment umsetzen und darüber hinaus noch stärkere Anstrengungen unternehmen, um den Wohnungsbau in den Kommunen voranzubringen. So könne das bestehende Wohnungsproblem rasch positiv gelöst werden“, so das Resümee von Momberg.

| Kategorie - Presseinfos

Zurück

Ansprechpartner

Lucas Kesterke

  • Referent Politik und Kommunikation
  • +49 341 3363735
  • +49 341 3363734
  • Mail senden »

Susann Stein

  • Wirtschaftspolitik und Kommunikation/ Pressesprecherin (in Elternzeit)
  • +49 341 3363739
  • +49 341 3363734
  • Mail senden »