Sachsen-Anhalt: Baukonjunktur im 3. Quartal 2017 nicht geradlinig

„Die Nachfrage nach Bauleistungen gestaltete sich im dritten Quartal 2017 zwar insgesamt leicht dynamisch, stützte sich dabei aber lediglich auf entsprechende Entwicklungen im öffentlichen Bau“, erklärte Dr. Robert Momberg, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Sachsen/Sachsen-Anhalt e. V., nach Bekanntgabe der Septemberergebnisse für Betriebe des Bauhauptgewerbes mit 20 und mehr Beschäftigten durch das Statistische Bundesamt.

Der Auftragseingang überstieg mit einem Volumen 562,2 Mio. Euro im dritten Quartal 2017 sein Vorjahresergebnis um 1,0 Prozent. Der Gesamtumsatz des Bauhauptgewerbes betrug im gleichen Zeitraum 618,8 Mio. Euro, was in Bezug zu 2016 ein Plus von 0,6 Prozent bedeutete.

Nachfrage im Wohnungsbau deutlich unter Vorjahresniveau

Im dritten Quartal 2017 belief sich der Auftragseingang im Wohnungsbau auf 59,3 Mio. Euro und war damit um 14,2 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Gänzlich anders entwickelten sich die Umsatzerlöse im Bauhauptgewerbe. Insgesamt wurden 92,7 Mio. Euro umgesetzt, das waren 9,1 Prozent mehr als im dritten Quartal 2016. „Im bisherigen Jahresverlauf verlief die Bautätigkeit im Wohnungsbau Sachsen-Anhalts sehr unruhig, denn hohen Zuwächsen im ersten Quartal standen erhebliche Einbrüche im zweiten Quartal gegenüber, so dass zu befürchten bleibt, der Rückgang bei den Bestellungen könnte sich zu einem Negativtrend im Wohnungsbau des Landes auswachsen“, so Momberg.

Wirtschaftsbau im Nachfrageminus

Nach dem sehr schwachen Jahresstart hat sich die Nachfrageentwicklung im Wirtschaftsbau bis September 2017 nicht erholt. Der Auftragseingang lag im dritten Quartal 2017 bei 232,9 Mio. Euro und damit um 7,5 Prozent unter dem Vergleichswert von 2016. Der Umsatz im Wirtschaftsbau verfehlte mit 270,5 Mio. Euro den Vorjahreswert um 1,3 Prozent. „Die Bautätigkeit im Wirtschaftsbau leidet unter dem Auftragseinbruch im ersten Quartal und der danach ausbleibenden Nachfragebelebung, eine Trendwende ist bisher nicht in Sicht “, erklärte Momberg.

Nachfrage im öffentlichen Bau über dem Vorjahresergebnis

Im öffentlichen Bau verlief die Auftragsentwicklung im dritten Quartal positiv. Das Ordervolumen betrug 270,1 Mio. Euro und lag um 14,7 Prozent über dem des Vorjahres. Der Umsatz verzeichnete ein Volumen von 249,3 Mio. Euro und bewegte sich damit in etwa auf Vorjahresniveau (-0,1 %). „Die gestiegene Auftragsvergabe lässt hoffen, dass sich das Umsatzergebnis bis zum Jahresende nach oben verbessern wird“, merkte Momberg an.

Arbeitsmarkt

Das Bauhauptgewerbe Sachsen-Anhalts beschäftigte im dritten Quartal 2017 rund 15.600 Arbeitnehmer. In Relation zu 2016 war das eine Abnahme um 3,6 Prozent. Die Entspannung auf dem Arbeitsmarkt für Bauberufe blieb davon unberührt. Insgesamt waren ca. 2.900 Bauleute arbeitslos. Das waren etwa 500 Betroffene weniger als im dritten Quartal 2016 (-15,2 %).

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